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Ausstellungseröffnung „Spiegelbilder“

15.11.2012

14.12.2012

18:00 Uhr

im Museum für Stadtgeschichte Templin

 

Ausstellungseröffnung „Spiegelbilder“

Konzert Flauto con voce (Kantorei Templin)

spielt u.a. Johann Joachim Quantz, Flötenlehrer Friedrich II

 

 

Die Ausstellung:

 

Jubiläumsjahr für den preußischen König Friedrich II.

Am 24. Januar 2012 jährte sich der Geburtstag Friedrichs II. zum 300. Mal. Mit dieser Wanderausstellung präsentiert die Regionalgruppe Nordost der Arbeitsgemeinschaft der Städte mit historischen Stadtkernen Brandenburgs eine Finissage des Jubiläumsjahres. Mit dieser Präsentation unterschiedlicher bildkünstlerischer Sichten auf Zitate aus Friedrichs Sprüchebeutel bieten die beteiligten Autoren ihre Sicht und fordern den Ausstellungsbesucher zum Mitdenken auf. Diese Ausstellung ist der „Kräuterbitter nach einem opulenten Jubiläumsschmaus“.

 

Grenzüberschreitende Partnerschaft

Die Stadt Altlandsberg als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft hatte die Idee für diese Wanderausstellung, übernahm die Initiative für die Vorbereitung sowie auch die Verantwortung für die Realisierung. Ohne die Förderung der Euroregion PRO EUROPA VIADRINA und der aktiven Mitwirkung der Städte der Regionalgruppe Nordost wäre diese Ausstellung nicht möglich. Ein besonderer Dank für das Engagement gilt der polnischen Partnerkommune der Stadt Altlandsberg Krzeszyce und der Kulturverwaltung der Stadt Gorzów Wielkopolski mit dem Einkaufszentrum Galeria Askana.            

 

Sprüche und Widersprüche

Ein Spiegelbild reflektiert nicht linear die Wirklichkeit. Brechungen, Verzerrungen, Vergrößerungen und Verkleinerungen, Vervielfältigungen sowie auch Licht und Schatten bestimmen die Wahrnehmung. Zitate sind Ausschnitte wie Spiegelscherben und sind nicht in der Lage, die Realität zu spiegeln. Jedoch sind es wahrscheinlich gerade diese Details, diese Ausschnitte, die wie ein Puzzle eine Persönlichkeit illustrieren.

 

Das Wort ist flüchtig

Wenn das Subjekt den Platz vor dem Spiegel verlässt, ist auch sein Abbild objektiv verschwunden. Preußen ist verschwunden, die Zitate des Königs sind eine vielfältige Erbschaft einer schillernden Lichtgestalt, die nicht ohne eitlen Grund „Friedrich der Große“ genannt wurde und wird. Übersetzt aus dem französischen Original ins Deutsche und ins Polnische nutzen wir gern die Zitate mit dem vermeintlich königlichen Prägestempel. Überprüft man jedoch den Sinngehalt und die Mission dieser Zitate, lässt sich anhand der Biografie des Monarchen deutlich die große Differenz zwischen Anspruch und historischen Taten feststellen.

 

Verschiedene Blickwinkel

Friedrich II. war nicht nur Komponist und Flötenspieler, Hunde- und Pferdefreund, Liebhaber von Kunst und Architektur, Staatsreformer und Kassensanierer, Philosoph und Literat, Diplomat und Stratege… nein er war auch Militarist und Despot, Misanthrop und Zyniker, Usurpator und Demagoge. Polen hat mit diesem Potentaten die schlechtesten Erfahrungen gemacht. Die treibende Rolle Friedrichs bei der ersten Teilung Polens, die perfide Verleumdungskampagne gegenüber dem polnischen Staat die Verachtung der polnischen Führungsschicht sind dafür Beleg.

 

Künstlerische Sichten

Nach wie vor ist das Bild Friedrich II. und die Geschichte Preußens in Polen und Deutschland ein ambivalentes Thema. Die Teilnehmer an diesem Kunstprojekt Spiegelbilder versuchen mit ihren Reflexionen Anregungen und Antworten anzubieten. Es ist weniger das Ausrufezeichen und mehr das Fragezeichen, das sich durch die unterschiedlichen Sichtweisen der Präsentation zieht. Besonders reizvoll ist der angebotene heutige Bezug. Die Besucher werden mit dieser Präsentation angeregt, sich selbst „ein Bild zu machen“, ihren Reim auf die Zitate zu finden.

 

Der (Spiegel)Rahmen

Die ehemaligen Insektenvitrinen aus dem Naturkundemuseum Berlin definieren das uniforme Format für das bildkünstlerische Bildungs- und Schauerlebnis. Die Vielfalt der von den Künstlern angebotenen Deutungen, Techniken, Sichtweisen ist ein spannendes Angebot, Geschichte auf die Gegenwart zu projizieren. Leider ist es (wie zu Zeiten Friedrichs) nicht möglich gewesen, die Teilnehmer des Kunstprojekts angemessen zu honorieren. Ironie, Witz, Kreativität und Engagement für das Projekt der Wanderausstellung musste dieses Defizit kompensieren. Die Initiatoren danken allen beteiligten Künstlern herzlich!

 

Beteiligte Künstler:

 

-          Gabriele Böttcher, Altlandsberg

-          Angelika Bunke, Altlandsberg

-          Peter Cange, Neuenhagen bei Berlin

-          Catharina Duda

-          Tomasz Daiksler, Zielona Góra

-          Otto Edel, Altlandsberg

-          Julia Ehrt, Berlin

-          Rainer Ehrt, Berlin

-          Karin Gralki, Berlin

-          Christine Hubrig, Gerswalde

-          Arne Kalkbrenner, Nordwestuckermark

-          Anna Kölle, Berlin

-          Werner Kothe, Annenwalde

-          Petra Lehnardt-Olm, Berlin

-          Magdalena Łazar-Massier, Żary

-          Bettina Mundry, Nordwestuckermark

-          Heike Munser, Templin

-          Anna Nabel-Myszkiewicz, Zielona Góra

-          Gerald Narr, Boitzenburger Land

-          Johannes Niedlich, Altlandsberg

-          Sebastian Paul, Berlin

-          Ada Stronzki, Boitzenburger Land

-          Dagmar Sucker, Neuenhagen

-          Christian Uhlig, Angermünde

-          Freimut Wössner, Berlin

 

 

Stationen der Wanderausstellung:

 

-          Gorzów Wielkopolski

-          Krzeszyce

-          Angermünde

-          Bad Freienwalde

-          Gransee

-          Templin

-          Altlandsberg

-          Potsdam

 

 


Öffnungszeiten:

 

Di – Fr. 10 – 16 Uhr

Sa / So 13 – 15 Uhr


 

 

Förderhinweise:

Das Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung im Rahmen des Operationellen Programms der grenzübergreifenden Zusammenarbeit Polen (Wojewodschaft Lubuskie)–Brandenburg 2007-2013, Small Project Fund und Netzwerkprojektefonds der Euroregion Pro Europa Viadrina, kofinanziert.

Grenzen überwinden durch gemeinsame Investition in die Zukunft.

 

Gefördert von den Mitgliedsstädten der Regionalgruppe Nord-Ost der AG Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg.